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Vom Saarbrücker „Tatort“ auf den Bauplatz der Mühlenhämmer

(Quelle: Gevelsberger Kirmesverein)

Mühlenhämmer bieten Wahl-Gevelsberger Thomas Kautenburger neue Traumrolle im Captain-Nemo-Team an

Wie überrascht man seine Kirmesgruppe, wenn diese seit Jahren selbst für heiße Einfälle steht? Markus Loetz ist das bei seinen Mühlenhämmern wieder gelungen. Der Vorsitzende der Kirmesgruppe lud Tatort-Bösewicht Thomas Kautenburger per Mail zum Kaffeetrinken auf den Bauplatz ein, und das ging in etwa so: „Lieber Herr Kautenburger.“ Wie in der Zeitung stand, wohnen Sie jetzt seit fünf Jahren in Gevelsberg. Da möchten Sie doch bestimmt die Gevelsberger Kirmes kennen lernen und vielleicht – das wäre super – sogar auf dem Motivwagen der Mühlenhämmer – mitfahren.“

Thomas Kautenburger (51) nahm die Einladung gern an und besuchte die Mühlenhämmer heute Nachmittag – und er kam nicht allein. Die quirlige Jack Russell Terrier-Dame Ronja begleitete ihr Herrchen, denn Lebenspartnerin Ann Katrin Hölkeskamp war beruflich unterwegs. Die Inhaberin der Bären Apotheke in Hasslinghausen moderierte am Wochenende den Westfälisch-Lippischen Apothekertag in Münster.

Privat ganz und gar nicht Rocker-Boss „Mutti“

„Ein Schauspieler braucht eine verlässliche, starke Partnerin an der Seite. Mein Beruf ist so wechselhaft und unstet, dass eine gute Beziehung für mich ein unbedingt notwendiges Fundament ist“, gibt der Darsteller des Motorrad-Gang-Chefs „Mutti“  Privates preis und macht damit gleichzeitig seiner Lebensgefährtin ein großes Kompliment. Denn Thomas Kautenburger ist nicht „Mutti“. Ganz und gar kein lauter Raufbold. Er pflegt eher das Understatement, ist auf angenehme Art bescheiden und kommt all den Wünschen nach Fotos geduldig entgegen.  Der Schein des Glamours erhält in seiner Privatwelt bewusst keinen Raum, denn Thomas Kautenburger steht mit beiden Füßen fest in der Wirklichkeit.

Mit Ronja im Dorf unterwegs

Der gebürtige Saarländer hat 15 Jahre in Köln gelebt, seit fünf Jahren wohnt er im Gevelsberger Dorf. Seit die Westfalenpost ihn am 3. April dieses Jahres als einen der Hauptdarsteller im Tatort „Eine Hand voll  Paradies“ vorgestellt hat, erkennen ihn die Gevelsberger, wenn er mit Ronja spazieren geht.  „Hallo, Mutti!“, wird er seither oft gegrüßt und freut sich darüber. „Die Gevelsberger sind offen und gehen auf den anderen zu“, erklärt er, warum er sich in seiner Wahlheimat so wohl fühlt. Stadtfeste auf der Mittelstraße hat er auch schon besucht, aber meistens ist er doch unterwegs in Köln, Berlin und in ganz Deutschland. Das bringt sein Beruf so mit sich. Private Termine müssen sich den Drehtagen unterordnen und schnell kann ein eiliger Auftrag dazwischenkommen und alles durcheinander werfen.

Schauspieler,  Synchron- und Hörbuchsprecher, Autor

Thomas Kautenburger steht nicht nur vor der Film- oder Fernsehkamera, er synchronisiert auch, spricht Hörbücher und schreibt. 2011 erschien sein erstes Buch, ein Lebensratgeber: „Festplatte Unterbewusstsein – Wenn du mehr vom Leben erwartest.“  Zur Zeit arbeitet er an seinem ersten Roman. „Die ersten einhundert Seiten sind fertig, aber mehr möchte ich noch nicht verraten. Nur so viel, dass es um Schicksale geht und latent um Spiritualität“, verrät der Mann, der wegen seines markanten, leicht verknautschten Kopfes mit Vorliebe „auf Bösewichter gebucht“ ist. Obwohl ihn tausend kleine Lachfältchen verraten.

Schon mit 22 Jahren erfolgreich selbstständig

Thomas Kautenburger beantwortet bereitwillig Fragen, die ihm schon zigmal gestellt wurden, so die nach seiner Vita. Schon mit 22 Jahren gelang ihm die Selbstständigkeit mit einer Firma, die Metalloberflächen veredelte. In der Freizeit betrieb er viel Muskelsport, u. a. Kampfsport – was ihm jetzt bei manchen Filmszenen entgegenkommt. Lange Zeit gehörte seine Leidenschaft auch dem Motorsport, beim Langstreckenpokal auf dem Nürburgring war er mit seinem Porsche dabei. Seine Firma war erfolgreich, erst vor zwei Jahren hat er sie endgültig aufgegeben. Er selbst war nur zehn Jahre in dem Unternehmen aktiv, gesundheitliche Probleme mahnten einen Berufswechsel an.

Ein Talentworkshop in Köln war der Impuls, der die berufliche Karriere des nun schon über 30-Jährigen wendete. Er nahm Schauspielunterricht, versprach sich aber nicht viel: „Ich hatte keine großen Ziele, eines davon war, dass ich meinen saarländischen Dialekt ablegen kann, wann immer ich will.“ Nun, er hat nicht nur das erreicht, Thomas Kautenburger ist ein viel gefragter Darsteller unterschiedlichster Charaktere geworden. Die Marke „Bösewicht“ ist  da kein Widerspruch, denn seine Figuren offenbaren viele Facetten. Man darf gespannt sein auf die nächsten Rollen des Künstlers.

Neue Freunde gewonnen

Die Kirmesgruppe Mühlenhämmer weihte ihn heute jedenfalls in die Kirmesarbeit ein, und dazu gehört in dieser Gruppe immer auch ein gehöriger Schuss Technik. Thomas Kautenburger hörte Markus Loetz aufmerksam zu, als dieser ihm die technischen Tüfteleien des Wagens erläuterte. Mal sehen, vielleicht hat der Gast aus dem Gevelsberger Dorf ja tatsächlich drehfrei am Kirmessonntag und kann mitmachen. Nur – als was? Für Sandra Loetz stellt sich diese Frage nicht ernsthaft „Wir arbeiten ihn schon auf unseren Motivwagen ein, das ist gar keine Sache!“

 

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