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Dä Letzte mäkt dat Lech ut

Nur noch schnell ins Plattdeutsche übersetzt, dann war die Einsendung „Der Letzte macht das Licht aus!“ nicht mehr zu schlagen. Nach drei „Wech!“-Durchgängen für oder gegen insgesamt 33 Einsendungen wählte die Jahreshauptversammlung des Kirmesvereins dieses Motto einstimmig zum Sieger. „Diese Wahl geht in die Geschichte ein, so eindeutig war es lange nicht mehr, und das von Anfang an“, resümierte der 1. Vorsitzende des Kirmesvereins Michael Sichelschmidt die klare Entscheidung der Kirmesfreunde. Genauso einstimmig waren die vorherigen Tagesordnungspunkte abgearbeitet worden: Entlastung von Geschäftsführung und Vorstand, Wiederwahl des 1. Vorsitzenden Michael Sichelschmidt. Diese Wahl leitete Präsidiumsmitglied Hans-Heinrich Lesker. Neuwahl von Markus Loetz (Mühlenhämmer) als 2. Vorsitzender (nachdem Stefan Oesterling aus beruflichen Gründen nach 18 Jahren Vorstandsarbeit nicht mehr zur Verfügung stand). Wiederwahl von Carsten Neef als Geschäftsführer. Neuwahl von Andreas Kalin (Pinass Brumse) und Marc Baron (Medien) als Beisitzer. (Robin Bloemer hatte sich aus familiären Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt). Stefan Bussmann, Sascha Hilger und Dietmar Kressmann wurden als Beisitzer wiedergewählt.

Änderungen im Bewertungsausschuss

Auch im Bewertungsausschuss hat sich einiges getan. Wilm Gräfer (75) hat sich aus Altersgründen aus dem Gremium zurückgezogen. Neu hineingekommen sind Stefan Biederbick, Jürgen Deitenbeck, Ralf Sichelschmidt und Peter Weber. Hier einiges zur Person der neuen Mitglieder des Bewertungsausschusses: Peter Weber, Jahrgang 1962, ist unverwechselbar an seinem großen schwarzen Hut zu erkennen. Der Techniker bei den TBGev war schon als Kind mit der Kirmes vertraut, denn sein Vater war Anfang der siebziger Jahre Vorsitzender der KG Aechter de Biecke, die Eltern betrieben lange Zeit die Vereinsgaststätte Aechter de Biecke auf der Hasslinghauser Straße, kurz vor der zweiten Brücke. Sie gehört längst der Vergangenheit an. Peter Weber ist Mitglied im Freundeskreis der Gevelsberger Kirmes. Ralf Sichelschmidt, Jahrgang 1959, ist wohl jedem Kirmesfreund aus fast dreißig Jahren als Redakteur der Westfalenpost bekannt. Jahr für Jahr hat er den Kirmeszug fotografiert und war schon selbst fast ein Teil davon. Ein Kirmeszug ohne RaSi – undenkbar. Seit März 2014 ist Rasi Technikdozent bei der SIHK zu Hagen und vereint dort seine Fähigkeiten als Techniker, Praktiker und Kommunikationsmensch. Stefan Biederbick, Jahrgang 1960. Der Dipl.-Bauingenieur ist Geschäftsführer der Firma Innenausbau Gebauer und seit vielen Jahren ein ausgewiesener Kirmesfreund. Insbesondere gilt seine Förderung der Kirmesjugend. Der Ratsherr ist 1. stellvertr. Bürgermeister der Stadt Gevelsberg. Jürgen Deitenbeck gehört seit vielen Jahren zu den Förderern, die eine Stadt liebenswerter machen – ohne dies an die große Glocke zu hängen. Das Mitglied des Kreistags, früher auch Ratsherr in Gevelsberg, ist seit vielen Jahren 1. Vorsitzender des FC Vogelsang. Die Jugend und der Stadtteil Vogelsang liegen im besonders am Herzen.

Zugleitung

In der Zugleitung ist Dirk Henning zurück. Er schließt die Lücke, die Wolfram Hahnebeck hinterlassen hat.

Totengedenken

Michael Sichelschmidt erinnerte zu Beginn der Versammlung an die im Jahr 2014 verstorbenen Kirmesfreunde: Wolfgang Gies, Wolfram Hahnebeck, Jürgen Hartwig und Barbara Wölling-Ziegler.

Dank an scheidende Kirmesaktive

Der Vorsitzende bedankte sich bei dem ausscheidenden Mitglied des BWA Wilm Gräfer und bei dem bisherigen 2. Vorsitzenden des Kirmesvereins Stefan Oesterling. Er erhielt als Dankeschön eine Flasche besten Feuerwassers und eine dekorative Gebalfigur mit Block und Stift. Stefan Oesterling seinerseits bedankte sich bei den Kirmesfreunden für 18 Jahre, die ihm Freude gemacht hätten und er sei sicher, dass der Vorstand weiterhin die richtigen Entscheidungen treffen werde, um die Gevelsberger Kirmes nach vorne zu bringen. Stefan Oesterling war ab 1997 zwei Jahre Beisitzer, ab 1999 vier Jahre 2. Vorsitzender, von 2003 bis 2013 Geschäftsführer und von 2013 bis 2015 2. Vorsitzender. Kassenprüfer Jörg Kamann (Aechter de Biecke) bestätigte nach dem Geschäftsbericht von Carsten Neef, dass die Kasse des Kirmesvereins „übersichtlich, sauber und klar geführt wurde“.

Mottowahl

33 Vorschläge las Präsidiumsmitglied Horst Erdelt vor. Da waren Sprüche dabei wie „Kirmes ist die Nacht von Freitag auf Mittwoch“; „Wir sind genauso schräg wie unsere Kirmes“; „Gevelsberg schlöpt, wenn unsere Kirmes löppt“; „Unsere Natur ist Spoken pur“; „Vier Tage im Galopp – immer drop“; „Wir sind alle mit dabi – du ok?“ Eventuelle Fehler, insbesondere beim Versuch, Plattdeutsch zu schreiben, möge man mir hier verzeihen. Marc Baron hatte auf Facebook einen Aufruf zum Posten von Ideen für ein zündendes Kirmesmotto gestartet – mit Erfolg wie sich auf der JHV zeigen sollte. Das Motto inspirierte den Vorsitzenden gleich zu der Frage „Brauchen wir Plaketten oder nehmen wir eine Lampe mit?“ Man entschied sich dann doch für Plaketten.

Tag der offenen Bauplätze

Der Tag ist auf den 30. Mai terminiert. Shuttle-Busse wird es aber nicht mehr geben, weil die Besucher meist doch mit eigenen Pkw die Gruppen besuchten.

Kehraus

Anstelle des Kehraus gibt es Mittwoch, 1. Juli, um 15 Uhr einen Kirmes-Stammtisch im Hippendorf.

Historisches Filmmaterial

Michael Sichelschmidt hatte noch eine besonders schöne Mitteilung in petto:
Dank einer Aktion des WDR hat dieser einen 16-mm-Kirmesfilm aus dem Jahr 1956 digitalisiert. Diese Nachricht erhielt der Vorsitzende erst zwei Tage vor der Versammlung. Er war Ende letzten Jahres eigens mit dem Filmmaterial nach Köln zum WDR gefahren, doch ob der Gevelsberger Film bei den unzähligen Einsendungen tatsächlich eine Chance auf Digitalisierung durch den WDR hatte, war damals noch sehr fraglich. Jetzt liegt der Film auf einem USB-Stick vor. Fritz Sauer hatte dem Vorsitzenden drei weitere alte Kirmesfilme aus der haufe gegeben. „Wir stellen uns eine Veranstaltung vor, auf der wir die Filme zeigen. Aber das erfordert noch viel Vorbereitung, deshalb können wir noch keinen Termin nennen“, erklärte Michael Sichelschmidt.

Schließung des Tunnels

Noch ein Thema bewegte die Kirmesfreunde. Der Engelbert-Tunnel dient als Umleitung in der Zeit der einseitigen Sperrung der Kölner Straße in Richtung Ennepetal. Da die Baumaßnahme der Landesbetriebe Straßenbau bis in den Juli hineinreichen wird, ist die Kirmes betroffen, denn in dieser Zeit muss der Tunnel geschlossen werden. Bürgermeister Claus Jacobi brachte den aktuellen Diskussionsstand aus dem Rathaus mit: „In dem Moment, in dem der Tunnel kirmesbedingt geschlossen wird, muss die Einspurigkeit auf der B7 aufgehoben werden. Eine Ampelanlage könnte den Verkehr in dieser Zeit regeln. Wir bestehen darauf, dass zur Kirmes alles passend gemacht wird. Der Landesbetrieb ist mit uns einer Meinung – und wenn nicht, rufen wir den Kirmesminister an.“ (Verkehrsminister Michael Groschek Anm. d. Red.)

Termine

In die Terminliste wurde noch das Maifest der Kirmesgruppe Berge am 1. Mai ab 12 Uhr aufgenommen sowie am 11. und 12. September das Oktoberfest des FSV-Fördervereins.

Kirmesabend

Zum Kirmesabend am 13. Juni konnten u. a. schon der Comedian und Kabarettist Wolfgang Trepper und der „Ehemann“ gewonnen werden sowie die seit fünf Jahren bewährte Band des Kirmesabends „Heavensclub“.

„Der Letzte macht das Licht aus“

Carsten Neef verlas die bisher schon von den Gruppen eingegangenen Motto-Meldungen der Kirmesdarstellungen und es erfolgte der Aufruf an die Kirmesgruppen, ihre langjährigen Mitglieder (20 und 50 Jahre) zur Ehrung anzumelden. Dann aber war der offizielle Teil der Versammlung beendet. Michael Sichelschmidt verabschiedete die Kirmesfreunde, die jetzt schon nach Hause strebten, mit dem praxisorientierten Kirmesmotto 2015 „Vergesst nicht, der Letzte macht das Licht aus.“

(Quelle: Gevelsberger Kirmesverein)

2 Kommentare zu „Dä Letzte mäkt dat Lech ut

  1. Möchte schon mal einen Vorschlag für’s nächste Jahr 2016 machen, nachdem ihr dieses Mal (für 2015) ja beim Kirmesmotto einen Translator gebraucht habt:

    ‚Ganz Giewelsbiärg es kiärmiskrank
    vam Üllendahl bis Vuogelsang!‘

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