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Gruseln ist der „Mühle“ Lust

Kirmesgruppe stattete der Addams Family einen Besuch ab

Es waren vor allem die finsteren Gesten und eine ausdrucksstarke Mimik, mit denen die Kirmesgruppe „Mühlenhämmer“ beim diesjährigen Kirmeszug den Zuschauern das Gruseln lehrte. Ihre bissige Wagendarstellung vereinte nämlich die beiden amerikanischen Kultserien „The Munsters“ und „The Addams Family“. Schwarzer Humor, der nicht nur viele Elemente aus den Serien beinhaltete, es gab auch genügend Spielraum um andere schaurig schöne Dinge zu präsentieren.

Als Schlusslicht für ihre Darstellung konnte die Kirmesgruppe einige Akteure der Naturbühne Hohensyburg aus Dortmund gewinnen, auf deren Spielplan seit kurzem das Musical „The Addams Family“ steht. Und so beobachteten Gomez und Morticia Addams, ihre Kinder Wednesday und Pugsley, Butler Lurch sowie einige bereits verstorbene Ahnen ganz genau, was sich vor ihren Augen abspielte. Am Ende waren dann nicht nur die Theaterschaffenden und die rund 75.000 Besucher entlang der Zugstrecke begeistert, es waren vor allem auch die Mitglieder des Bewertungsausschusses vom Gevelsberger Kirmesverein, die bei dieser Darstellung sogar ein wenig Gänsehaut verspürten. Und mit satten 199 Punkte kürten sie zurecht die Truppe von Tobias Eulenhöfer zum Sieger des 75. Gevelsberger Kirmeszugs

Zwischenstopp am Road Stop Dortmund

Am 12. August 2017 fuhren nun 32 „Mühle“-Mitglieder nach Dortmund, um dort auf der Naturbühne Hohensyburg ihre Kirmeszugmitstreiter einmal live on Stage zu erleben. Nachdem tags zuvor die eigentliche Premiere ins Wasser fiel, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, erlebten die Kirmesfreunde mit Einbruch der Dunkelheit den Startschuss für das Musical „The Addams Family“. Ein Schelm der Böses denkt, wenn er jetzt sagen würde: Ehre wem Ehre gebührt.

Bevor man jedoch die Plätze im Open Air-Theater einnahm, lernte man im Road Stop Dortmund den American Way of Life nicht nur durch die authentische Küche und eine riesige Auswahl an Getränken kennen, sondern auch und vor allem durch das, was Amerika überhaupt ausmacht: Der Wilde Westen, Aloha Hawaii, Viva Las Vegas, Al Capone oder mit der Harley über die Route 66…

Wer die Addams Family besucht, der sollte unbedingt im Vorfeld eine kleine Stärkung zu sich nehmen. Ein Tipp, denn auch der „Mühle“-Tross, auf seinem Weg zur Naturbühne Hohensyburg, beherzigte und kurzer Hand einen Zwischenstopp am Road Stop Dortmund einlegte.

Show kann es locker mit dem Original aufnehmen

Amerika gilt zudem aber auch als Geburtsstätte des Musicals. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das aus der Feder von Andrew Lippa stammende Werk „The Addams Family“ nicht nur mit großem Erfolg am legendären New Yorker Broadway gespielt wurde, auch hierzulande begeistert die deutschsprachige Fassung seit 2014 vielerorts das Publikum. Wozu ab sofort auch die muntere Truppe der „Mühle“ zählt.

Zweieinhalb Stunden erlebten sie eine von Kirstin Cramer, mit hohem technischem Aufwand, perfekt inszenierte Show. Toller Livegesang, schmissige Tanzszenen sowie eine oftmals unwirkliche Beleuchtung mit Knall und Rauch ließen die Premierengäste in das verborgene, lichtlose Friedhofsareal des New Yorker Central Parks, dem Stammsitz der Addams Family, eintauchen.

„Was die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder der Naturbühne Hohensyburg hier auf die Bühne gebracht haben, ist keinesfalls irgendein daherkommendes Laientheater, das ist schon ganz großes Kino und muss uneingeschränkt weiterempfohlen werden“, so das abschließende Urteil von Tobias Eulenhöfer (Vorsitzenden der Kirmesgruppe), bevor er zur Geisterstunde mit seiner „Addams Family“ und seinen „Munsters“ die Heimreise antrat.

Text: André Sicks

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