Vereinsgeschichte

Es gibt in Gevelsberg eine „Mühlenstraße“ und eine Wegebezeichnung „Zur Mühlen“, früher auch eine „Mühlenhämmerstraße“. Hier dröhnten einst Schmiedehämmer, der Fluss Ennepe sorgte mit seinem Wasser über mächtige Wasserräder für die Antriebskraft. Noch immer pulsiert am Mühlenhämmer Werkmannsfleiss, jedoch die Schmiedehämmer haben längst ausgedient. Allerdings nicht in einer der Schmieden, sondern in der Gärtnerei von Oswald Röder wurde die Kirmesgruppe am 30. März 1938 gegründet. Dort trafen sich die wenigen Anwohner nach Feierabend, um die Gedanken baumeln und die Ereignisse des Tages Revue passieren zu lassen. Als dann wieder die Kirmeszeit nahte, waren sich fünf wackere Männer schnell einig, sich mit einer Gruppe in den Spok einzureihen. Vereinswirt Eduard Wedepohl von der Gaststätte am Mühlenhämmer übernahm den Vorsitz.

„Mühlenhämmer veer Dage kusendull“ lautete das Motto der ersten Wagendarstellung. Nach dem zweiten Weltkrieg waren vor allem Otto Napierala und Heinrich Richter die Motoren zum Neubeginn. 1949, im historischen ersten Nachkriegskirmeszug,gelang mit einer „Jungmühle“ der erste Pokalsieg. In der Neuzeit ist die Gruppe nahezu untrennbar mit dem ehmaligen 1. Vorsitzenden Michael Sichelschmidt, der aus der Jugendgruppe hervor ging und das Amt von 1988 bis 2000 inne hatte, verbunden. Ein Kirmesfan, der seine Mitstreiter mitzureissen versteht und immer wieder neue Ideen produziert, von denen nicht zuletzt auch der Kirmesverein profitiert. Im Kirmeszug trat Michael als Einzelgänger unter dem Namen „Willi“ auf. Da war er fast unschlagbar. Am 24. März 2000 wurde er in der Versammlung des Kirmesvereins zum neuen Hammerschmied gewählt.

1981 löste die KG Mühlenhämmer das Gevelsberger Verkehrsproblem mit der Motorfähre “Ennepefeil”. (Pokalsieg)
1981 löste die KG Mühlenhämmer das Gevelsberger Verkehrsproblem mit der Motorfähre “Ennepefeil”. (Pokalsieg)

Als Vorsitzende der KG Mühlenhämmer folgten ihm Willi Bröking, welcher im Jahre 2007 den Vorsitz an Markus Loetz, genannt „Loetzi, übergab. Das erste Vereinslokal gibt es längst nicht mehr, und nachdem der „Alte Fritz“ geschlossen wurde, wechselte man ins Bistro der Kartbahn und damit zurück in die Nachbarschaft vom Mühlenhämmer. Auf dem Gelände der Kartbahn findet auch das Brückenfest statt. Da der Festplatz teilweise auf einer Brücke ist, entschloss man sich die klassische Bezeichnung “Sommerfest” aufzugeben und die Veranstaltung in “Brückenfest” umzubenennen.

Am 24. Januar 2015 übergab Markus Loetz(i) das Amt des 1. Vorsitzenden an Tobias Eulenhöfer. Auf dieser Versammlung entschied man sich auch dazu, die Versammlungen künftig nicht mehr auf der Kartbahn sondern in der Gaststätte „Am Ufer“ stattfinden zu lassen.

Den größten Erfolg erlebte die Gruppe im Jahr 2006

Nach 25 Jahren gelang es der Gruppe mit der Wagendarstellung „Das letzte Hemd von dieser Stadt, wird von NRW jetzt platt gemacht“ den Pokalsieg einzufahren. Die Sensation folgte in den Jahren 2007 und 2008. Mit den Wagendarstellungen „Der Bürgermeister über´m Tunnel thront, die Mühle jetzt im Dschungel wohnt“ und „Die Welt zu Gast in Gevelsberg“ wurde ebenfalls der Pokalsieg eingefahren. Somit war der Hattrick geschafft und der neue Bürgermeisterpokal der im Jahre 2006 gestiftet wurde und den Hammerschmied symbolisierte, ging für immer an uns.

2006: Das letzte Hemd von dieser Stadt, wird von NRW jetzt platt gemacht. (Pokalsieg)

2007: Der Bürgermeister über´m Tunnel thront, die Mühle jetzt im Dschungel wohnt. (Pokalsieg)

2008: Die Welt zu Gast in Gevelsberg (Pokalsieg)

Weiterer Pokalsieg eingefahren

Im Jahr 2017 war es nach fast 10 Jahren wieder soweit. Mit der Darstellung „Schaurig Schön“ zeigten die Mühlenhämmer eine Mischung aus „Addams Family“ und „The Munsters“. Die Darstellung konnte vor allem durch die große schauspielerische Leistung überzeugen. Auf dem Wagen durfte nämlich über die gesamte Zugstrecke nicht gelacht werden, dieses haben die Mühlenhämmer mit Bravur gemeistert, wenn es einigen auch schwer gefallen sein dürfte.


1975 wurde die legendäre Straßenbahn gebaut

Zwei Jahre später konnte man sich aus der umgebauten Straßenbahn am „Alten Postwagen“ ein frisch gezapftes Bier servieren lassen.

(Text: Fritz Sauer / Ergänzungen: Markus Loetz)