
Eine erfreuliche Nachricht erhielten die Mitglieder des Bewertungsausschusses für den Kirmeszug am Samstag bei ihrer traditionellen Rundfahrt über die Bauplätze: Der TÜV, der zeitgleich die Kirmesgruppen besuchte, hat für alle Wagendarstellungen grünes Licht gegeben. Einem gewohnt bunten und lebendigen Kirmeszug steht also nichts mehr im Weg. Viele verschiedene Themen vom Schneeparadies über das T(raumschiff) Surprise bis zum Glücksspielparadies wird der Festzug bieten. Eines beschäftigte allerdings mehrere Gruppen: Das 125-jährige Jubiläum der Stadt Gevelsberg steht in unterschiedlichen Varianten im Blickpunkt.
Während die Kirmesgruppe Berge auf ihrem Partyfloß das Jubiläum am Ennepebogen feiern, gratuliert die KG Hippendorf mit einer Flaschenpost und bunten Straußen. Die Fidelen Vogelsanger haben das alte (rote) und das aktuelle Rathaus nachgebaut und die Fußgruppe von der Schnellmark zeigt, wie vor 125 Jahren die Straßenbeleuchtung von Gas auf Elektrobetrieb umgeschaltet wurde. Und die junge „Hammerschmiedbande“ aus dem Dörnen schmiedet die Ziffern „1“, „2“ und „5“. Darüber hinaus haben sich die zwölf Gruppen (die KG Haufer Jungen hat sich auf gelöst) mit ihren Darstellungen einiges für Groß und Klein ausgedacht. Pinass Brumse zeigt das Dschungelbuch, die Schnellmärker lassen fleißige Heinzelmännchen wirbeln und die Mühlenhämmer haben das (T)Raumschiff Surprise gebaut, inklusive Space Taxi. Vie vam Kopp bringt Shaun das Schaf mit, inklusive Schafsfeuerwehr, Schweinerodeo und Partyscheune, und bei der KG Börkey stehen Glücksspiel, Elvis, Siegfried & Roy mit weißem Tiger und die romantische Hochzeit in Las Vegas auf dem Programm. Blutrünstig und furchterregend geht es bei der Hochzeit auf Burg Schlotterstein zu, die die KG Vie ut Asbi’eck inszeniert. Blut haben auch die Vampirfrauen der Mühlenhämmer im Sinn, während sich bei Dä vam Lusebrink alles um die Hexe dreht – mit Hexenwald, Hexenhäuschen und Hexenschule.
Auch wenn der TÜV letztendlich alle Wagen freigab, wiesen einige Vetreter der Kirmesgruppen darauf hin, dass ihnen die verschärften Vorschriften durchaus zu schaffen gemacht hätten. Bei einigen führte die zunächst unsichere Lage zu Zeitverzug, so dass in der letzten Woche bis zum Kirmessonntag noch harte Arbeit angesagt ist. Neun Kinder- und Jugendgruppen dabei. Besonders hart traf es die KG Aechter de Biecke, die nach der Begutachtung gleich einen ganz neuen Wagen anschaffen musste. So ist die Darstellung improvisiert und zeigt einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Motto. „Dabei sein ist alles“. Der TÜV wird übrigens auch in einigen Darstellungen am Sonntag noch eine Rolle spielen...
Erfreulich, dass insgesamt neun Kinder- und Jugendgruppen im Zug mitwirken. Während die einen Schäfchen zählen, heißt es bei den anderen einschläfernd „La Le Lu...“. Schneewittchen und die sieben Zwerge (allein im Wald), eine im Hühnerstall Motorrad fahrende Oma, Blumenkinder, Drachenfänger, einarmige Banditen und die „Blues Brothers“ werden neben der „Hammerschmiedbande“ am Sonntag von der Drehbank bis zur Nordstraße ziehen. Erstmals war übrigens Michael Sichelschmidt, neuer Vorsitzender des Kirmesvereins, bei der Rundreise im Bus dabei. Bisher hatte er immer die Darstellung seiner KG Mühlenhämmer mit präsentiert. „Kann man öfter machen“, meinte er nach dem Ende der sechsstündigen Tour schmunzelnd.